|
Friedrich Wilhelm Raiffeisen
Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818 - 1888), zählt zu den großen Sozialreformern des 19. Jahrhunderts. Raiffeisen wuchs in bescheidenen, kleinbürgerlichen Verhältnissen im deutschen Westerwald auf. Die eingeschlagene Offizierslaufbahn musste er wegen eines Augenleidens vorzeitig beenden und wechselte in den zivilen Verwaltungsdienst. Der Westerwald, wo er schließlich als Bürgermeister verschiedener kleiner Gemeinden amtierte, zählte damals zu den ärmsten Gegenden der Rheinprovinz. Die Not der Landbevölkerung versuchte er durch die Aufbringung von Spenden kurzfristig zu lindern. Bald erkannte er aber, dass christliche Wohltätigkeit allein nicht ausreicht, dauerhafte Hilfe zu bringen, wohl aber organisierte Selbsthilfe. So regte er die örtliche Bevölkerung an, sich an der Gründung von genossenschaftlichen Darlehenskassen-Vereinen zu beteiligen.
Infolge einer Verschlechterung seines Augenleidens wurde Raiffeisen im Alter von 47 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Trotz seiner Krankheit widmete er sich verstärkt der Verbreitung seiner Genossenschaftsidee. Noch vor Raiffeisens Tod begann sich seine Genossenschaftsidee in anderen Ländern, so auch in Österreich, zu verbreiten.
Zusammen mit H. Schulze-Delizsch ist Raiffeisen der Schöpfer des deutschen Genossenschaftswesens. Er gründete 1848 den Konsumverein in Weyersbusch, aus dem dann die landwirtschaftlichen Spar,- und Darlehenskassen hervorgegangen sind.
|
|
|