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Die Österreichische Kaiserkrone
Die Krone Rudolfs II. entstand 1602 in Prag und wurde mit größter Wahrscheinlichkeit von Jan Vermeyen (gest. 1606 in Prag) angefertigt. Sie besteht aus drei Teilen: Dem Kronreif mit Lilienaufsätzen, dem kaiserlichen Hochbügel (analog zur Reichskrone) und der Mitra, dem Symbol der hohepriesterlichen Funktionen des Herrschers. Allen drei Teilen wurde eine spezifische Gestaltung zuteil.
Der Kronreif wird von acht großen Diamanten dominiert, was an die Grundform der Kaiserkrone erinnert. Der Diamant als härtester Edelstein wurde mit Christus in Beziehung gebracht. An den Lilienaufsätzen dominieren Rubine. Das Feuer seiner roten Farbe könnte mit der kirchlichen Farbe für Pfingsten zu tun haben und mit der den Herrschern eigenen Weisheit, die letztlich vom heiligen Geist kommt.
Die Mitra der Krone erscheint gegenüber der bischöflichen Infel um 90° gedreht, sodaß sie an die Kopfbedeckung der alttestamentarischen Hohenpriester erinnert die priesterliche Funktion des Kaisers sollte keineswegs als Konkurrenz zu der eines Bischofs (oder des Papstes) empfunden werden. Die vier Felder der Mitra aus Gold zeigen Rudolf II. in vierfacher Funktion: Als Imperator (Türkensieger), als Augustus (bei der Kaiserkrönung in Regensburg 1575), als König von Ungarn (beim Krönungsumritt in Preßburg 1572) und als König von Böhmen (bei der Krönung in Prag 1575).
Überragt wird die Krone vom überaus reich mit Diamanten, Rubinen und Perlen besetzten Bügel, der wieder an die Reichskrone erinnert. An der obersten Stelle der Krümmung befindet sich ein Kreuz, das von einem großen, blau leuchtenden Saphir bekrönt wird.
Lit.: Kunsthistorisches Museum in Wien. Weltliche und geistliche Schatzkammer.
Bildführer (Wien 1987) 51 ff (Rudolf Distelberger).
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